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AfD gewinnt, CDU scheitert: Was die Landtagswahl für die Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern bedeutet

von Redaktion MV-Wirtschaft
21. September 2026
in MV Magazin, Überregional
AfD gewinnt, CDU scheitert Was die Landtagswahl für die Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern bedeutet

KI Symbolbild

Die AfD gewinnt die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern, die SPD wird Zweite und die CDU scheitert an der Fünf-Prozent-Hürde. Das Ergebnis verändert die politische Statik des Landes erheblich. Einen unmittelbaren wirtschaftspolitischen Kurswechsel zugunsten der AfD bedeutet es jedoch nicht. Die Partei ist zwar stärkste Kraft, kann nach derzeitigem Stand aber keine Regierung bilden.

Für die Wirtschaft reicht der Blick auf die mögliche Koalition ohnehin nicht aus. Das Wahlergebnis ist auch ein Signal über die Stimmung im Land. Es trifft Mecklenburg-Vorpommern in einer Phase, in der sich viele wirtschaftliche Kennzahlen verbessert haben, zugleich aber erhebliche strukturelle Schwächen fortbestehen. Dazu gehören eine geringe Produktivität, eine vergleichsweise schmale industrielle Basis, große regionale Unterschiede und ein sich verschärfender Mangel an Arbeitskräften.

Das Wahlergebnis: AfD vorn, CDU nicht mehr im Landtag

Nach dem vorläufigen amtlichen Ergebnis erreicht die AfD 38,2 Prozent der Zweitstimmen und 32 Sitze. Die SPD kommt auf 35,5 Prozent und 29 Mandate. Die Linke erhält 6,5 Prozent und fünf Sitze. Die Grünen ziehen mit 5,7 Prozent ebenfalls mit fünf Abgeordneten in den Landtag ein.

Die CDU verfehlt mit 4,9 Prozent den Einzug. Auch das BSW bleibt mit 4,8 Prozent knapp unter der Fünf-Prozent-Hürde. Die FDP erreicht nur noch 1,0 Prozent. Der neue Landtag umfasst 71 Sitze. Für eine Mehrheit werden 36 Mandate benötigt.

Die bisherige Koalition aus SPD und Linken verfügt nur noch über 34 Sitze. Sie kann nicht allein weiterregieren. SPD, Linke und Grüne erreichen zusammen 39 Mandate. Ein rot-rot-grünes Bündnis unter Ministerpräsidentin Manuela Schwesig ist deshalb die derzeit naheliegende Mehrheitsoption.

Sollte diese Koalition zustande kommen, wäre die AfD die einzige Oppositionsfraktion im Landtag. Das wäre für Mecklenburg-Vorpommern eine außergewöhnliche Konstellation. Die AfD könnte die Regierung zwar nicht überstimmen, würde aber den größten Teil der parlamentarischen Opposition stellen und damit Debatten, Untersuchungsvorhaben und öffentliche Aufmerksamkeit stark prägen.

Bei Entscheidungen, die eine Zweidrittelmehrheit verlangen, wäre die Regierungsmehrheit auf Stimmen aus der AfD-Fraktion angewiesen. Das betrifft nicht die gewöhnliche Gesetzgebung oder den Landeshaushalt, wohl aber Verfassungsänderungen und andere Entscheidungen mit qualifizierter Mehrheit.

Kurzfristig ist kein wirtschaftlicher Kurswechsel zu erwarten

Aus dem Wahlsieg der AfD folgt zunächst keine Änderung bei laufenden Genehmigungen, Förderbescheiden oder Verträgen. Auch bestehende Infrastruktur- und Investitionsprogramme laufen weiter. Bis zur Bildung einer neuen Regierung bleibt das bisherige Kabinett geschäftsführend im Amt.

Für Unternehmen wird entscheidend sein, wie schnell eine handlungsfähige Regierung gebildet wird und welche Vereinbarungen im Koalitionsvertrag stehen. Von besonderem Interesse sind die künftige Energiepolitik, die Wirtschaftsförderung, das Vergaberecht, die kommunalen Finanzen, die Verkehrsinfrastruktur, die berufliche Bildung und der Umgang mit dem Fachkräftemangel.

Auch die Besetzung der Ministerien ist relevant. Eine Veränderung beim Wirtschafts-, Energie-, Finanz- oder Infrastrukturressort kann die praktische Ausrichtung stärker beeinflussen als manche allgemeine Formulierung in einem Parteiprogramm.

Mecklenburg-Vorpommern hat seit den 1990er Jahren viel aufgeholt

Die heutige wirtschaftliche und politische Lage lässt sich ohne die Erfahrungen der 1990er Jahre kaum verstehen. Nach der Wiedervereinigung brachen große Teile der bisherigen Industrie weg. Betriebe wurden geschlossen, verkleinert oder privatisiert. Viele Unternehmenszentralen und damit auch Kapital, Forschung und Entscheidungskompetenz verschwanden aus dem Land.

Die Folgen waren hohe Arbeitslosigkeit und eine starke Abwanderung. Vor allem jüngere und gut ausgebildete Menschen zogen in andere Bundesländer. In den 2000er Jahren lag die Arbeitslosenquote zeitweise in der Nähe von 20 Prozent.

Seitdem hat sich die Lage grundlegend verändert. Straßen, Häfen, Hochschulen, touristische Infrastruktur und digitale Netze wurden ausgebaut. Die Arbeitslosigkeit ging stark zurück. Im Frühjahr und Sommer 2026 bewegte sich die Arbeitslosenquote ungefähr zwischen 7,6 und 7,8 Prozent.

Siehe auch  In welche Bereiche Unternehmen investieren sollten, um langfristig erfolgreich zu bleiben

Das ist weiterhin mehr als im Bundesdurchschnitt, aber deutlich weniger als in früheren Jahrzehnten. Aus einem Mangel an Arbeitsplätzen ist in vielen Branchen inzwischen ein Mangel an Arbeitskräften geworden.

Diese Entwicklung gehört zu den wichtigsten wirtschaftlichen Erfolgen des Landes. Sie erklärt aber auch einen Teil der gegenwärtigen Unzufriedenheit. Statistisch hat sich Mecklenburg-Vorpommern erheblich verbessert. Im persönlichen Alltag wird dieser Fortschritt regional sehr unterschiedlich wahrgenommen.

Wachstum allein löst die strukturellen Probleme nicht

Im Jahr 2025 wuchs die Wirtschaftsleistung Mecklenburg-Vorpommerns nach vorläufigen Berechnungen preisbereinigt um 1,4 Prozent. Gemeinsam mit Bremen erzielte das Land damit den höchsten Zuwachs aller Bundesländer. Deutschland insgesamt kam lediglich auf ein Wachstum von 0,2 Prozent.

Der Wert sollte dennoch vorsichtig bewertet werden. Mecklenburg-Vorpommern ist eine kleine Volkswirtschaft. Die Entwicklung einzelner Branchen oder größerer Betriebe kann das Gesamtergebnis deshalb stärker beeinflussen als in großen und breit aufgestellten Bundesländern.

Hinzu kommt, dass frühe Länderberechnungen später korrigiert werden können. Ein einzelnes gutes Jahr ist daher noch kein Beleg für einen dauerhaft höheren Wachstumspfad.

Strukturell bleibt Mecklenburg-Vorpommern unter den ostdeutschen Flächenländern die kleinste Volkswirtschaft. Das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner und die Arbeitsproduktivität liegen unter dem Bundesdurchschnitt. Auch die Forschungs- und Entwicklungsintensität ist vergleichsweise niedrig.

Der wirtschaftliche Aufholprozess ist also real, aber unvollständig. Das Land hat seine Lage deutlich verbessert, ohne die Produktivitäts- und Einkommensunterschiede vollständig zu schließen.

Eine dienstleistungsgeprägte Wirtschaft mit wenigen großen Unternehmen

Mecklenburg-Vorpommern ist heute vor allem eine Dienstleistungswirtschaft. Bedeutende Bereiche sind der Tourismus, die Gesundheitswirtschaft, die Ernährungswirtschaft, die Landwirtschaft, die maritime Wirtschaft, der Schiffbau, die Logistik, die öffentliche Verwaltung sowie Hochschulen und Forschung.

Rostock und Greifswald haben sich zu wichtigen Wachstums- und Wissenschaftszentren entwickelt. Universitäten, Universitätsmedizin und außeruniversitäre Forschung schaffen dort Potenzial für Medizintechnik, Biotechnologie, Plasmaphysik und weitere wissensintensive Bereiche. Auch in Schwerin, Wismar, Stralsund und Neubrandenburg bestehen industrielle und mittelständische Kerne.

Im Vergleich zu vielen westdeutschen Flächenländern fehlen jedoch große Unternehmenszentralen und eine breite industrielle Basis. Zahlreiche Betriebe sind klein oder mittelständisch. Sie verfügen häufig nur über begrenzte eigene Forschungs-, Export- und Investitionskapazitäten.

Das macht das Land abhängig von einzelnen größeren Projekten. Werften, Hafeninvestitionen, Lebensmittelproduzenten, Energievorhaben oder größere Ansiedlungen haben regional ein besonders hohes Gewicht. Gerät eines dieser Projekte in Schwierigkeiten, können die Folgen für Beschäftigung und kommunale Einnahmen erheblich sein.

Tourismus ist Stärke und Verwundbarkeit zugleich

Der Tourismus gehört zu den tragenden Säulen der Wirtschaft. Im Jahr 2025 kamen rund 8,2 Millionen Gäste nach Mecklenburg-Vorpommern. Die Zahl der Übernachtungen stieg auf rund 33,3 Millionen. Damit war 2025 das zweitbeste Tourismusjahr seit der Wiedervereinigung.

Hinter den hohen Gästezahlen steht allerdings eine Branche, die unter erheblichem Druck steht. Hotels und Gaststätten kämpfen mit steigenden Personal-, Energie- und Einkaufskosten. Gleichzeitig wächst bei einem Teil der Gäste die Kritik am Preis-Leistungs-Verhältnis. Hinzu kommen Saisonabhängigkeit, Investitionsbedarf und fehlendes Personal.

Der Anteil internationaler Gäste ist weiterhin gering. Das macht den Tourismus stark vom deutschen Markt und von der Konsumstimmung innerhalb Deutschlands abhängig.

Das politische Klima ist dabei ein möglicher Standortfaktor. Ein einzelnes Wahlergebnis führt nicht automatisch zu weniger Buchungen. Wiederkehrende Berichte über Ausgrenzung, Fremdenfeindlichkeit oder gesellschaftliche Konflikte können das Image eines Reiselandes aber beeinträchtigen.

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Für eine Branche, die von Gastfreundschaft und Saisonkräften lebt, ist das relevant. Die Wirkung lässt sich nicht seriös in eine konkrete Zahl übersetzen. Sie sollte aber auch nicht unterschätzt werden.

Demografie wird zur härtesten Wachstumsgrenze

Der demografische Wandel dürfte die größte langfristige wirtschaftliche Herausforderung Mecklenburg-Vorpommerns sein. Das Land hat seit 1990 erheblich an Bevölkerung verloren und ist das am dünnsten besiedelte Bundesland Deutschlands.

Die Abwanderung früherer Jahrzehnte wirkt bis heute nach. Viele Menschen, die damals fortzogen, fehlen jetzt als Fachkräfte, Unternehmensnachfolger und Eltern der nächsten Generation. Gleichzeitig gehen geburtenstarke Jahrgänge in den Ruhestand.

2025 sank die Zahl der Geburten auf einen historischen Tiefstand. Auch der Anteil der Kinder an der Bevölkerung liegt unter dem Bundesdurchschnitt. Selbst bei steigender Produktivität dürfte das verfügbare Arbeitskräfteangebot deshalb weiter unter Druck geraten.

Betroffen sind nahezu alle Bereiche:

  • Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser benötigen zusätzliches Personal.
  • Handwerksbetriebe finden schwer Auszubildende und Nachfolger.
  • Hotels und Gaststätten suchen Saisonkräfte.
  • Industrieunternehmen benötigen technische Fachkräfte.
  • Landwirtschaft und Ernährungswirtschaft sind teilweise auf ausländische Beschäftigte angewiesen.
  • Schulen, Verwaltungen und Verkehrsbetriebe konkurrieren mit privaten Unternehmen um Bewerber.

Automatisierung, eine bessere berufliche Bildung, eine höhere Erwerbsbeteiligung und die Rückgewinnung fortgezogener Menschen können helfen. Sie werden die demografische Lücke voraussichtlich nicht vollständig schließen.

Eine gesteuerte Zuwanderung aus dem In- und Ausland bleibt deshalb ein wichtiger Teil jeder realistischen Fachkräftestrategie. Die wirtschaftliche Kernfrage lautet nicht nur, wie Migration begrenzt oder gesteuert werden soll. Sie lautet auch, wie ein alterndes Bundesland ohne zusätzliche Arbeitskräfte Produktion, Pflege, Gastronomie und öffentliche Infrastruktur aufrechterhalten will.

Fördermittel bleiben für den Aufholprozess wichtig

Der wirtschaftliche Aufbau Mecklenburg-Vorpommerns wurde in erheblichem Umfang durch Mittel des Bundes und der Europäischen Union unterstützt. Auch in der aktuellen EU-Förderperiode stehen dem Land umfangreiche Gelder zur Verfügung.

Allein aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und dem Europäischen Sozialfonds Plus erhält Mecklenburg-Vorpommern zwischen 2021 und 2027 rund 1,258 Milliarden Euro. Hinzu kommen weitere Mittel für Landwirtschaft, Infrastruktur, Strukturentwicklung und regionale Wirtschaftsförderung.

Mecklenburg-Vorpommern zählt weiterhin zu den europäischen Übergangsregionen. Damit liegt seine Wirtschaftsleistung zwischen 75 und 100 Prozent des EU-Durchschnitts.

Die Fördermittel sind eine Chance, zeigen aber auch, dass der Aufholprozess noch nicht abgeschlossen ist. Eine Landesregierung kann die Verwendung der Mittel mitgestalten, Förderprogramme organisieren und Projekte auswählen. Viele Voraussetzungen und Finanzierungsregeln werden jedoch in Berlin und Brüssel festgelegt.

Für Mecklenburg-Vorpommern ist eine verlässliche Zusammenarbeit mit Bund und EU daher von besonderer wirtschaftlicher Bedeutung. Politische Konfrontationen würden bestehende Förderansprüche nicht automatisch beseitigen. Sie könnten aber Abstimmungen, Programmgestaltung und die Entwicklung gemeinsamer Projekte erschweren.

Was eine starke AfD wirtschaftlich tatsächlich bedeutet

Aus einem Stimmenanteil von 38,2 Prozent folgt kein automatischer Investitionsrückgang. Standortentscheidungen hängen zunächst von Kosten, Absatzmärkten, Infrastruktur, Energieversorgung, verfügbaren Flächen, Förderbedingungen und Arbeitskräften ab.

Ebenso wenig lassen sich die Motive der AfD-Wähler auf einen einzigen Grund reduzieren. Für viele dürften Migration, Energiepreise, die Bundespolitik, der Zustand öffentlicher Infrastruktur und das Gefühl mangelnder politischer Aufmerksamkeit eine Rolle gespielt haben.

Ökonomisch relevant wird das Ergebnis über drei Wirkungskanäle.

1. Politische Unsicherheit

Investitionen benötigen Planungssicherheit. Eine stark polarisierte politische Lage kann Unsicherheit erzeugen, selbst wenn die AfD nicht regiert. Unternehmen müssen damit rechnen, dass energie-, migrations- oder klimapolitische Entscheidungen nach künftigen Wahlen wieder infrage gestellt werden.

Kurzfristig dürfte dieser Effekt begrenzt sein, falls rasch eine stabile Regierung gebildet wird. Langfristig hängt er davon ab, ob die politischen Mehrheiten dauerhaft berechenbar bleiben.

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2. Fachkräfte und Standortimage

Internationale Unternehmen prüfen nicht nur Grundstückspreise und Förderquoten. Sie fragen auch, ob sie Beschäftigte für einen Standort gewinnen können und ob deren Familien dort leben wollen.

Ein Betrieb kann attraktive Löhne zahlen und dennoch Schwierigkeiten bei der Personalgewinnung haben, wenn Bewerber Zweifel an gesellschaftlicher Offenheit, Bildungschancen oder langfristiger Lebensqualität haben.

Das bedeutet nicht, dass jeder AfD-Erfolg zwangsläufig Fachkräfte vertreibt. Ein solcher Zusammenhang lässt sich nicht pauschal behaupten. In einem Land mit ohnehin kleinem Arbeitskräftepool ist das Risiko eines negativen Standortimages jedoch wirtschaftlich relevanter als in Regionen mit einem großen Bewerbermarkt.

3. Veränderter politischer Reformdruck

Das Wahlergebnis kann auch positive wirtschaftspolitische Reaktionen auslösen. Die neue Regierung dürfte unter erheblichem Druck stehen, Genehmigungen zu beschleunigen, Daseinsvorsorge zu sichern, Verkehrsverbindungen zu verbessern und regionale Wertschöpfung sichtbarer zu machen.

Entscheidend wird sein, ob aus diesem Druck konkrete Reformen entstehen oder ob sich die politische Debatte auf symbolische Konflikte konzentriert.

Ländliche Räume erleben die Entwicklung anders

Die wirtschaftliche Lage wird in Rostock, Greifswald oder im Umland größerer Städte anders wahrgenommen als in dünn besiedelten Teilen Vorpommerns oder der Mecklenburgischen Seenplatte.

Wo Busverbindungen selten sind, Arztpraxen schließen, Schulen weit entfernt liegen und nur wenige größere Arbeitgeber existieren, haben abstrakte Wachstumszahlen eine begrenzte Überzeugungskraft. Menschen bewerten die wirtschaftliche Entwicklung vor allem nach ihrem unmittelbaren Umfeld.

Das hilft, die Stärke der AfD im ländlichen Raum zu erklären, ohne sie auf wirtschaftliche Faktoren zu reduzieren. Neben materiellen Fragen spielen auch Migration, politische Identität, Vertrauen in Institutionen und die Bewertung der Bundespolitik eine Rolle.

Für die Landespolitik folgt daraus eine klare Aufgabe. Wirtschaftsförderung darf sich nicht auf einzelne Leuchtturmprojekte beschränken. Sie muss mit Gesundheitsversorgung, Mobilität, Schulen, Wohnraum, digitaler Infrastruktur und erreichbarer Verwaltung verbunden werden.

Die Wirtschaftspolitik der AfD: liberal, national und widersprüchlich

Das Wirtschaftsprogramm der AfD Mecklenburg-Vorpommern lässt sich nicht einfach als klassisch marktliberal oder grundsätzlich staatsorientiert einordnen. Es verbindet marktwirtschaftliche Forderungen mit nationaler Arbeitsmarktpolitik, gezielter Branchenförderung und einem grundlegenden Wechsel in der Energiepolitik.

Weniger Bürokratie und ein anderes Vergaberecht

Die AfD bekennt sich zur Sozialen Marktwirtschaft, zum Privateigentum und zum Wettbewerb. Sie fordert niedrigere Steuern und Abgaben, weniger Regulierung und eine schlankere Landesverwaltung.

Das Tariftreue- und Vergabegesetz soll grundlegend überarbeitet werden. Lohnpolitische Kriterien sollen aus dem Vergaberecht gestrichen und die Schwellenwerte für vereinfachte Vergaben erhöht werden.

Für kleine Unternehmen könnten geringere Dokumentationspflichten den Zugang zu öffentlichen Aufträgen erleichtern. Gleichzeitig würde der Verzicht auf Lohnvorgaben den Wettbewerb stärker über die Personalkosten führen. In einem Land, das Beschäftigte halten und höhere Einkommen erreichen will, entsteht daraus ein Zielkonflikt.

Die AfD will außerdem Ladenschlusszeiten und Regeln für touristische Orte liberalisieren. Besonders in Küstenregionen könnten flexiblere Öffnungszeiten Handel und Tourismus entgegenkommen. Für Beschäftigte stellen sich dabei Fragen zu Arbeitszeit, Zuschlägen und Planbarkeit.

Mehr Förderung für Gründungen, Technologie und Ausbildung

Die Partei will Wirtschaftsfördermittel stärker auf Standortqualität, Technologie, Unternehmensgründungen und Selbstständigkeit ausrichten. Vorgesehen sind außerdem eine stärkere Förderung der Meisterausbildung sowie mehr Unterstützung für Automatisierung, Robotik, Software und künstliche Intelligenz.

Das greift tatsächliche wirtschaftliche Schwächen auf. Mecklenburg-Vorpommern benötigt mehr Produktivität, Unternehmensgründungen und Technologietransfer aus den Hochschulen. Die Universitäten und Forschungseinrichtungen in Rostock und Greifswald bieten dafür Potenzial.

Die AfD will insbesondere Gesundheitswirtschaft, Ernährungswirtschaft, Tourismus, Werften und Spezialschiffbau stärken.

Tags: AfD Mecklenburg-VorpommernCDUFachkräftemangelLandtagswahl MVWirtschaftspolitikWirtschaftsstandort MV
Redaktion MV-Wirtschaft

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Die MV-Wirtschaftsredaktion: Im Herzen des Wirtschaftsgeschehens Die MV-Wirtschaftsredaktion ist ein zentraler Dreh- und Angelpunkt für Wirtschaftsnachrichten in der Region Mecklenburg-Vorpommern. Mit einem engagierten Team von Journalisten, die ihre Arbeit mit Hingabe verrichten, hat sich diese Redaktion einen festen Platz im Herzen des Wirtschaftsgeschehens erobert.

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