Städtische Räume verändern sich auch in Mecklenburg-Vorpommern stetig. Öffentliche Plätze, Parkanlagen und Verkehrsflächen erfordern deshalb Stadtmobiliar aus Materialien, die funktional, langlebig und zugleich ästhetisch ansprechend sind. Die Wahl zwischen Holz und Edelstahl beeinflusst dabei Optik, langfristige Kosten und Umweltbilanz maßgeblich.
Traditionelles Holz mit natürlichem Charme
Holz in der Stadtgestaltung hat eine lange Tradition. Besonders einheimische Hölzer wie Eiche, Robinie oder Lärche stehen für Natürlichkeit und Wärme und fügen sich harmonisch in Grünanlagen und historische Quartiere ein.
Die Lebensdauer hängt stark von der Holzart, den Witterungsbedingungen und der Pflege ab. Dauerhaftigkeitsklassen nach DIN EN 350 geben einen guten Überblick: Hölzer der Klassen 1 und 2 erreichen im Außenbereich ohne Erdkontakt typischerweise 15 bis über 25 Jahre, Klasse‑3‑Hölzer etwa 10 bis 15 Jahre. Holz bietet zudem große Gestaltungsfreiheit, da Parkbänke, Sitzgruppen oder Pergolen in Form, Oberfläche und Farbgebung flexibel an das jeweilige Umfeld angepasst werden können.
Allerdings erfordert Holz regelmäßige Wartung. Oberflächenbehandlungen, Imprägnierungen oder Ölanstriche schützen vor Feuchtigkeit und UV-Strahlung, erhöhen jedoch den Pflegeaufwand und damit die laufenden Betriebs- und Personalkosten. Ein Aspekt, der in kommunalen Haushaltsplanungen früh berücksichtigt werden sollte.
Edelstahl für maximale Robustheit
Edelstahl überzeugt durch Formstabilität, hohe Korrosionsbeständigkeit und Witterungsresistenz. Im Bauwesen werden je nach Beanspruchung Nutzungsdauern von mehreren Jahrzehnten, oft 30 Jahre und mehr, angenommen. Sorgfältig verarbeitete Konstruktionen können 50 Jahre und länger funktionsfähig bleiben.
In Regionen mit maritimem Klima, bieten seewasserbeständige Edelstähle eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Salzluft und Feuchtigkeit. Für Betreiber öffentlicher Plätze ist das wirtschaftlich relevant, da sich die höheren Anschaffungskosten durch niedrige Wartungs- und Instandhaltungskosten über die Lebensdauer meist amortisieren. Hochwertige Parkbänke aus Edelstahl behalten über viele Jahre ihre Form und Optik, ohne dass regelmäßige Oberflächenbehandlungen erforderlich sind, und die Metallkonstruktionen lassen sich gut recyceln.
Wirtschaftlichkeit über den Lebenszyklus
Eine Lebenszyklusanalyse betrachtet Anschaffungskosten, Wartung, Reparaturen und Ersatzinvestitionen. Holz punktet mit vergleichsweise niedrigen Einstiegskosten, verursacht aber bei intensiver Nutzung und Witterungsbelastung mittelfristig höhere Aufwendungen für Pflege und Austausch.
Edelstahl verlangt eine höhere Erstinvestition, bietet über die gesamte Nutzungsdauer jedoch eine hohe Kostenstabilität. Für Kommunen und Bauträger bedeutet das langfristige Planungssicherheit und transparent kalkulierbare Budgets, insbesondere bei stark frequentierten oder exponierten Standorten.
Umweltaspekte und Recycling
Die Diskussion über Nachhaltigkeit betrifft beide Materialien. Holz bindet während des Wachstums CO₂ und ist grundsätzlich ein nachwachsender Rohstoff, kann aber bei Einsatz chemischer Holzschutzmittel oder Lacke Umweltbelastungen verursachen. Edelstahl lässt sich vollständig recyceln, ohne Qualitätseinbußen zu erleiden, und trägt dadurch zur Ressourcenschonung bei. Durch die hohe Lebensdauer und Wiederverwertbarkeit kann sich die ökologische Bilanz von Edelstahl über den Gesamtlebenszyklus positiv darstellen.
Gestaltung und städtische Ästhetik
Holz vermittelt eine warme, natürliche Atmosphäre und wirkt in städtischen Grünanlagen, Parks oder historischen Quartieren besonders harmonisch. Unterschiedliche Oberflächenstrukturen, Lasuren und Formate erlauben eine präzise Abstimmung auf das jeweilige Umfeld und unterstützen ein behagliches Aufenthaltsklima.
Auch bei Edelstahl ermöglichen moderne Fertigungstechniken eine flexible Anpassung an die Umgebung durch vielfältige Designs, Farben und Oberflächen, darunter auch Edelstahlbänke in Holzoptik, die nahtlos in naturnahe Settings integriert werden können. Glatte, leicht zu reinigende Oberflächen sind unempfindlich gegenüber Witterungseinflüssen und Vandalismus und eignen sich daher besonders für hochfrequentierte urbane Bereiche wie Bahnhofsplätze, Promenaden oder Verkehrsknotenpunkte.
Planungsempfehlungen für Entscheider
Bei der Materialwahl für Stadtmobiliar sollten Kommunen und Bauträger mehrere Faktoren systematisch prüfen, um langfristig funktionale, ästhetische und wirtschaftliche Lösungen zu erzielen:
- Klimatische Belastungen am Einsatzort (z. B. Küstenlage, salzhaltige Luft, hohe UV-Belastung)
- Vergleich der Lebenszykluskosten von Holz- und Edelstahlelementen
- Wartungsintervalle, Personalaufwand und Materialkosten über die Nutzungsdauer
- Integration von Recycling- und Nachhaltigkeitsaspekten in die Beschaffungsstrategie
- Gestaltungsvorgaben, Denkmal- und Stadtbildanforderungen sowie gewünschtes Erscheinungsbild
Trends und Zukunftsperspektiven
Zukünftige Entwicklungen in der Bauwirtschaft und Stadtmöblierung zeigen einen Trend zu Materialien, die Langlebigkeit, Designqualität und Nachhaltigkeit verbinden. Edelstahl spielt dabei eine wichtige Rolle, da sich smarte Funktionen wie integrierte Beleuchtung, Ladesäulen oder Sensorik technisch einfacher und vandalismussicher in robuste Metallstrukturen einbinden lassen.
Für Kommunen und private Investoren lohnt sich daher eine langfristige, strategische Materialplanung. Kombinationen aus Edelstahltragwerken und Holzoberflächen bieten gestalterische Abwechslung, während rein aus Edelstahl gefertigte Konstruktionen eine besonders dauerhafte und wartungsarme Lösung darstellen.















