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Mehrere Einrichtungen aus Vorpommern beteiligen sich an Vorhaben zu Forschung, Naturschutz, Umweltbildung und kulturellem Austausch.
Für sechs deutsch-polnische Interreg-Projekte stehen insgesamt rund 3,4 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung bereit. Zu den deutschen Partnern gehören das Institut für Pharmazie der Universität Greifswald, der Tierpark Ueckermünde und Rewilding Oder Delta. Wie viel Geld auf die einzelnen Regionen und Partner entfällt, ist nicht ausgewiesen.
Der Begleitausschuss des Kooperationsprogramms Interreg VI A Mecklenburg-Vorpommern/Brandenburg/Polen wählte die Vorhaben am 30. September 2026 zur Förderung aus. Geplant sind Forschungs-, Naturschutz-, Bildungs- und Kulturaktivitäten auf beiden Seiten der Grenze.
Zwei Vorhaben erhalten den größten Teil der Förderung
Auf die Projekte „One Nature Pomerania“ und „ARBO-BIO-PHARM“ entfallen zusammen rund 2,9 Millionen Euro. Für „One Nature Pomerania“ sind etwa 1,5 Millionen Euro aus dem EFRE vorgesehen. Deutscher Projektpartner ist der Verein Rewilding Oder Delta aus Rothenklempenow.
Deutsche und polnische Partner sollen grenzüberschreitende Bildungsangebote, Fachschulungen und Öffentlichkeitsarbeit umsetzen. Vorgesehen ist außerdem eine engere institutionelle Zusammenarbeit beim Umweltmonitoring und beim Schutz von Ökosystemen. Das Projekt soll vom 1. Juli 2026 bis zum 30. Juni 2029 laufen.
„ARBO-BIO-PHARM“ erhält rund 1,4 Millionen Euro. Auf deutscher Seite ist das Institut für Pharmazie der Universität Greifswald beteiligt. Die Partner wollen lokale Gehölze mit Blick auf ihre Eignung unter veränderten klimatischen Bedingungen untersuchen und mögliche Anwendungen für Baumschulen und die Pharmazie bearbeiten.
Zu den geplanten Arbeiten gehören torfreduzierte Substrate für die Pflanzenproduktion, neue Methoden zur Pflanzenvermehrung und Schulungen. Ob aus dem Projekt später wirtschaftlich nutzbare Verfahren oder Produkte hervorgehen, dürfte von den Forschungsergebnissen und ihrer Übertragung in die betriebliche Praxis abhängen.
Projekte im Oderdelta und an Feuchtgebieten
Rewilding Oder Delta ist zudem deutscher Partner des Projekts „REWILDING“, für das rund 125.000 Euro vorgesehen sind. Es befasst sich mit belasteten Flussökosystemen im Oderdelta und im Raum des Stettiner Haffs. Das Vorhaben soll naturbasierte Maßnahmen mit Biodiversitätsschutz und Klimaanpassung verbinden. Geplant sind Aktivitäten vor Ort, Bürgerbeteiligung und Bildungsmedien.
Das Projekt „BIO+“ richtet den Blick auf Moore, Sümpfe und Feuchtgebiete im deutsch-polnischen Grenzraum. Workshops, Forschungswanderungen und Biodiversitätsveranstaltungen sollen insbesondere Kinder und Jugendliche erreichen. Deutscher Partner ist die Arbeitsinitiative Letschin aus Brandenburg. Für das Vorhaben sind rund 95.000 Euro aus dem EFRE eingeplant.
Die Beteiligung der Arbeitsinitiative zeigt, dass die Förderung nicht allein nach Vorpommern fließt. Alle sechs Projekte arbeiten grenzüberschreitend mit deutschen und polnischen Partnern. Eine Aufteilung der Mittel nach Bundesländern, Regionen, Einrichtungen oder Kostenarten wurde nicht bekannt gegeben.
Tierpark und Philharmonie planen Bildungsangebote
Am Projekt „Puszcza i Ryś“ sind die polnische Gemeinde Police, das Grenzüberschreitende Zentrum für Umweltbildung in Zalesie und der Tierpark Ueckermünde beteiligt. Im Gesamtprojekt sollen zwei zweisprachige Bildungsräume entstehen, darunter eine modernisierte Luchsanlage und ein interaktiver Erlebnisraum. Hinzukommen sollen gemeinsame Praxisworkshops für insgesamt 600 Teilnehmende. Das Projekt erhält rund 140.000 Euro.
Die Beteiligung könnte den Tierpark als Ausflugsziel stärken. Ein messbarer Effekt auf Übernachtungen, Gastronomie oder Einzelhandel lässt sich aus der Projektplanung jedoch nicht ableiten. Dafür wären zusätzliche Besucher, längere Aufenthalte und entsprechende Ausgaben in der Region erforderlich.
Rund 160.000 Euro sind für „Klasse.Klassik!“ vorgesehen. Die Neue Philharmonie MV aus Neubrandenburg plant gemeinsam mit Partnern aus Deutschland und Polen 24 interaktive Schulkonzerte sowie weitere Austauschformate mit Musikerinnen und Musikern beider Länder. Das Vorhaben richtet sich vor allem an Kinder und Jugendliche und soll kulturelle Begegnungen im Grenzraum ermöglichen.
Hintergrund
Interreg gehört zur europäischen Kohäsionspolitik und unterstützt die Zusammenarbeit benachbarter Regionen über Staatsgrenzen hinweg. Das Programm Interreg VI A Mecklenburg-Vorpommern/Brandenburg/Polen wird in der Förderperiode 2021 bis 2027 aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung kofinanziert.
Für Projekte stehen nach Programmangaben insgesamt 116,4 Millionen Euro aus dem EFRE zur Verfügung. Die vier Schwerpunkte betreffen grenzüberschreitende Innovation, Klimaanpassung und Naturschutz, Teilhabe durch Sprache, Kultur und Tourismus sowie die Stärkung von Vertrauen und die gemeinsame Gestaltung grenzüberschreitender Entwicklung. Zu den möglichen Begünstigten zählen unter anderem Kommunen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Bildungsträger, gemeinnützige Organisationen sowie kleine und mittlere Unternehmen.
Regionale Wirkung hängt von der Umsetzung ab
Für Vorpommern eröffnen die ausgewählten Projekte vor allem neue Kooperationen zwischen Wissenschaft, Vereinen, Kultur- und Bildungseinrichtungen sowie polnischen Partnern. Wirtschaftliche Wirkungen könnten entstehen, wenn Einrichtungen Aufträge vergeben, Personal einsetzen, Forschungsergebnisse in die Praxis übertragen oder zusätzliche Besucher anziehen. Solche Effekte sind mit der Förderauswahl noch nicht belegt.
Entscheidend wird sein, ob die geplanten Anlagen, Bildungsformate und Forschungsarbeiten tatsächlich umgesetzt und nach dem Förderzeitraum weiter genutzt werden. Da weder regionale Mittelanteile noch eine Aufschlüsselung nach Kostenarten vorliegen, lässt sich die unmittelbare finanzielle Bedeutung für Vorpommern derzeit nicht beziffern. Der belastbare regionale Nutzen liegt zunächst in der Beteiligung mehrerer Einrichtungen und den vorgesehenen grenzüberschreitenden Aktivitäten.















