Der Anteil von Wärmepumpen an neu installierten Heizsystemen ist in Deutschland in den vergangenen Jahren ordentlich gestiegen, und anstelle von Öl- und Gaskesseln kommen inzwischen immer häufiger Geräte zum Einsatz, die Umgebungswärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser fürs Heizen nutzbar machen. Für Mecklenburg-Vorpommern ist diese Entwicklung zudem wirtschaftlich interessant, denn mit dem wachsenden Markt entstehen für Handwerksbetriebe, Hersteller und Dienstleister im Land zusätzliche Aufträge. Wer sich als Unternehmen ohnehin schon frühzeitig positioniert, kann von dieser Entwicklung in der Energiewirtschaft gleich mehrfach profitieren.
Nach einem Rückgang im Jahr 2024 hat sich der Absatz von Wärmepumpen 2025 wieder ordentlich erholt, denn laut Zahlen des Bundesverbands Wärmepumpe wurden im vergangenen Jahr rund 299.000 Heizungswärmepumpen verkauft, ein Plus von immerhin 55 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im ersten Quartal 2026 legte der Absatz dann noch einmal um 34 Prozent zu, sodass die Wärmepumpe zeitweise sogar die meistverkaufte Heiztechnik in Deutschland war. Wer die aktuellen Marktzahlen im Detail nachlesen möchte, findet in der laufend aktualisierten Branchenstudie eine gute Übersicht zur Marktentwicklung.
Für die Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern ist das relevant, denn rund 80 Prozent der neu installierten Geräte gehen in Bestandsgebäude, und gerade in einem Flächenland mit vielen älteren Wohnhäusern eröffnet das ein ordentliches Auftragsvolumen für Heizungsbauer, Elektrofachbetriebe und Energieberater.
Welche Chancen ergeben sich für Handwerk und Mittelstand?
Die deutsche Wärmepumpen-Branche beschäftigt mittlerweile schätzungsweise 70.000 Menschen, und zwar in der Industrie, im Handwerk und in Planungsbüros gleichermaßen, denn mit dem wachsenden Markt entstehen laufend neue Stellen entlang der gesamten Wertschöpfungskette, von der Fertigung über den Vertrieb bis hin zur Installation vor Ort. Für Handwerksbetriebe im Land ergibt sich daraus die Gelegenheit, das eigene Leistungsspektrum zu erweitern und sich als Anbieter für Heizungsmodernisierung zu positionieren.
Allerdings bremst der ohnehin bekannte Fachkräftemangel im Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerk das Wachstum bislang etwas aus, denn Verbände beziffern den zusätzlichen Personalbedarf durch Wärmepumpen-Hochlauf, Photovoltaik und Elektromobilität auf bis zu 130.000 Menschen, ein Großteil davon im SHK-Bereich. Betriebe, die schon frühzeitig in Weiterbildung und Digitalisierung am Bau investieren, verschaffen sich dabei einen ordentlichen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz, wie auch ein aktueller Bericht zum Fachkräfte-Engpass im Heizungshandwerk zeigt.
- qualifizierte Monteure sichern Aufträge im Bestand und im Neubau
- Zusatzqualifikationen rund um Wärmepumpen erhöhen die Attraktivität als Arbeitgeber
- Kooperationen zwischen Handwerk und Energieberatung erschließen neue Kundengruppen
Wie wirkt sich die Umstellung wirtschaftlich für Eigentümer aus?
Neben den Chancen für Unternehmen lohnt sich ein Blick auf die private Seite, denn die Nachfrage privater Bauherren und Sanierer bildet schließlich die Grundlage für den gesamten Markt. Eine Wärmepumpe erzeugt aus einer Kilowattstunde Strom, je nach Modell und Betriebsbedingungen, immerhin bis zu vier oder fünf Kilowattstunden Wärme, was die laufenden Heizkosten gegenüber einer klassischen Gas- oder Ölheizung meist ordentlich senkt. Wird der benötigte Strom zumindest teilweise über eine eigene Photovoltaikanlage erzeugt, lässt sich die Wirtschaftlichkeit sogar noch weiter verbessern.
Vor der Anschaffung lohnt sich zudem ein Vergleich verschiedener Gerätetypen, etwa Luft-Wasser-, Sole-Wasser- oder Wasser-Wasser-Wärmepumpen, denn Anschaffungskosten, Effizienz und Eignung für das jeweilige Gebäude unterscheiden sich teils ganz erheblich. Wer schon mit dem Gedanken an eine Investition in die Zukunft des Heizens spielt, findet dadurch eine gute Übersicht gängiger Wärmepumpentypen samt Herstellern.
Kurz erklärt: Die Förderung im Überblick• Grundförderung: 30 Prozent der förderfähigen Investitionskosten • Einkommensbonus möglich: bis zu 80 Prozent Förderquote bei niedrigem Haushaltseinkommen • förderfähig sind bis zu 28.000 Euro für die erste Wohneinheit • Voraussetzung ist eine rechnerische Jahresarbeitszahl von mindestens 3,0 • ab 2027 geplant: Wertschöpfungsbonus für Geräte aus EU-Fertigung, gleichzeitig sinken die förderfähigen Höchstbeträge schrittweise |
Welche Herausforderungen bremsen den Ausbau noch?
Trotz der positiven Zahlen ist der Wärmepumpen-Markt aber kein Selbstläufer, denn die Förderbedingungen wurden zum 21. Juli 2026 angepasst. Die Grundförderung liegt zwar weiterhin bei 30 Prozent, gleichzeitig sinken die förderfähigen Höchstbeträge ab 2027 aber in Stufen. Für Unternehmen und private Haushalte bedeutet das im Grunde vor allem eins: Investitionsentscheidungen frühzeitig zu planen, statt auf kurzfristige Förderfenster zu setzen, ein Thema, das Unternehmen in der Region auch beim Planen größerer Anschaffungen ohnehin schon kennen.
Hinzu kommt der bereits erwähnte Fachkräftemangel, der die Wartezeiten für Installationstermine ordentlich verlängert, und auch die künftige Ausgestaltung des Gebäudeenergiegesetzes bleibt ein Unsicherheitsfaktor, von dem die weitere Marktdynamik nicht ganz unerheblich abhängt.
Welche Perspektiven eröffnet der Wärmepumpen-Ausbau für Mecklenburg-Vorpommern?
Für die Wirtschaft im Nordosten bietet der Umbau der Heiztechnik also langfristig gute Aussichten, zumal sich das Land vorgenommen hat, die eigenen Klimaziele bis 2045 zu erreichen, wozu eben auch ein Wechsel hin zu erneuerbaren Wärmequellen in Wohn- und Gewerbegebäuden gehört. Handwerksbetriebe, die sich frühzeitig auf Wärmepumpen spezialisieren, Zulieferer, die Komponenten liefern, sowie Energieberater und Planungsbüros können von diesem Strukturwandel gleichermaßen profitieren.
Entscheidend bleibt dabei letztlich, wie verlässlich die politischen Rahmenbedingungen ausgestaltet werden, denn nur mit einer planbaren Förderung und ausreichend Fachpersonal lässt sich das wirtschaftliche Potenzial der Technologie auch wirklich voll heben. Für Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern liegt genau darin die Gelegenheit, sich schon heute als kompetenter Partner für die Wärmewende zu positionieren.












