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Eine Delegation aus Nordwestmecklenburg will Ende November 2026 rund 300 frühere Beschäftigte des Ford-Werks Saarlouis erreichen.
TKMS will Ende November 2026 in Saarbrücken frühere Beschäftigte des geschlossenen Ford-Werks Saarlouis für die Werft Wismar ansprechen. Im Mittelpunkt stehen rund 300 Menschen in einer Auffanggesellschaft. Die geplante Aktion ist Teil der überregionalen Personalsuche für den Ausbau des Werftstandorts.
Delegation aus Nordwestmecklenburg reist nach Saarbrücken
An der Reise sollen Vertreter von TKMS, der Stadt Wismar, des Landkreises Nordwestmecklenburg und der Arbeitsverwaltung teilnehmen. Bei einer Veranstaltung in Saarbrücken wollen sie die Beschäftigungsmöglichkeiten auf der Werft in Wismar vorstellen.
Zu der Delegation gehören nach den vorliegenden Angaben unter anderem Landrat Tino Schomann, Wismars Bürgermeister Frank Junge, Grevesmühlens Bürgermeister Lars Prahler sowie Guntram Sydow von der Agentur für Arbeit Schwerin. Damit sind neben dem Unternehmen mehrere regionale Institutionen an der Fachkräftewerbung beteiligt.
Die angesprochenen früheren Ford-Beschäftigten befinden sich nach der Schließung des Werks in Saarlouis in einer Auffanggesellschaft. Eine solche Gesellschaft soll Beschäftigte beim Übergang in neue Arbeitsverhältnisse unterstützen. Nach Einschätzung der Stadt Wismar gibt es Überschneidungen zwischen den beruflichen Profilen dieser Gruppe und den Anforderungen der Werft.
Welche konkreten Stellen TKMS bei der Veranstaltung vorstellen will, ist bislang nicht bekannt. Die rund 300 Menschen bilden zudem die Zielgruppe der Ansprache und nicht die Zahl der erwarteten Einstellungen. Ob daraus Arbeitsverträge entstehen, hängt unter anderem von den Qualifikationen, den Stellenanforderungen, den Konditionen und der Bereitschaft zu einem Wechsel nach Mecklenburg-Vorpommern ab.
Vier Stellenangebote geben Einblick in den Bedarf
In der Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit waren vier unbefristete Vollzeitstellen von TKMS am Arbeitsort Wismar aufgeführt. Das Unternehmen suchte einen Baubegleiter, einen Konstrukteur mit Fachrichtung Baubegleitung, einen räumlichen Integrator für Kabeltrassierung und Mechanik sowie einen IT-Anwendungsberater für CAM.
Die Angebote zeigen einen Ausschnitt des Personalbedarfs. Sie reichen von Aufgaben rund um Bau und Konstruktion bis zur Informationstechnik. Aus den Stellenanzeigen lässt sich jedoch nicht ableiten, ob genau diese Positionen für die früheren Ford-Beschäftigten vorgesehen sind.
Für eine erfolgreiche Vermittlung müssen berufliche Erfahrung und Anforderungen der jeweiligen Stelle zusammenpassen. Vergleichbare Kenntnisse aus industrieller Produktion können den Wechsel zwischen Branchen erleichtern. Je nach Tätigkeit könnten dennoch Einarbeitung oder zusätzliche Qualifikationen erforderlich sein. Entscheidend bleibt deshalb die Prüfung im Einzelfall.
Hintergrund
Die Werft in Wismar wird für die Fertigung von U-Booten und Fregatten umgebaut. Auf dem Gelände sollen unter anderem neue Hallen entstehen. Die Wismarer Bürgerschaft hat entsprechende Vorhaben für den Ausbau des Standorts gebilligt.
TKMS plant nach eigenen Angaben, in den kommenden Jahren mehr als 1.000 zusätzliche Arbeitsplätze in Wismar zu schaffen. Diese Zahl beschreibt eine Unternehmensplanung und keinen bereits erreichten Beschäftigungsstand. Ihre Umsetzung dürfte unter anderem vom Hochlauf der Produktion, der Auftragslage und der Verfügbarkeit geeigneter Arbeitskräfte abhängen.
Der Aufbau eines neuen Personalstamms benötigt Zeit, besonders wenn spezialisierte Kenntnisse für den Marineschiffbau gefragt sind. Die Ansprache einer größeren Beschäftigtengruppe an einem anderen Industriestandort erweitert den Kreis potenzieller Bewerber. Zugleich konkurriert TKMS damit überregional um Menschen mit Erfahrung in industriellen Arbeitsabläufen.
Ein Wechsel nach Wismar hat mehrere Hürden
Für die früheren Ford-Beschäftigten wäre eine Stelle bei TKMS nicht nur ein Branchenwechsel. Zwischen Saarlouis und Wismar liegt eine erhebliche räumliche Distanz. Neben Tätigkeit, Bezahlung und beruflicher Perspektive dürfte deshalb die persönliche Bereitschaft zum Umzug eine wichtige Rolle spielen.
Für TKMS kann die Veranstaltung in Saarbrücken den Zugang zu einer klar abgegrenzten Gruppe potenzieller Bewerber verbessern. Die Beteiligung von Kommunen und Arbeitsverwaltung könnte zudem die Abstimmung bei Fragen des Arbeitsmarktzugangs und des regionalen Wechsels erleichtern. Ein messbarer wirtschaftlicher Effekt entsteht allerdings erst, wenn Bewerbungen zu Einstellungen führen und die Beschäftigten ihre Arbeit in Wismar aufnehmen.
Die Reise ins Saarland verdeutlicht damit vor allem die Größenordnung der Personalaufgabe am Werftstandort. Regionale Fachkräfte allein dürften für den von TKMS angekündigten Aufbau nicht in jedem Tätigkeitsfeld ausreichen. Die gezielte Ansprache früherer Industriearbeiter kann einen Beitrag leisten, ersetzt aber weder die fachliche Auswahl noch notwendige Qualifizierung. Wie erfolgreich die Initiative ist, wird sich an den tatsächlich besetzten Stellen zeigen.













