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Home Agribusiness

Pflanzkartoffeln in MV: Forschung und Agrartechnik im Fokus

von Redaktion MV-Wirtschaft
30. Oktober 2026
in Agribusiness
KI-generiertes Symbolbild: Pflanzkartoffeln in MV: Forschung und Agrartechnik im Fokus

KI-generiertes Symbolbild. Bild: OpenAI

KI-generiertes Symbolbild zum Beitrag „Pflanzkartoffeln in MV: Forschung und Agrartechnik im Fokus“. Bild: OpenAI

Veröffentlicht von: Wirtschaft-MV-Redaktion (geprüft und freigegeben)

Dieser Beitrag wurde mithilfe künstlicher Intelligenz vorbereitet und geschrieben. Die Wirtschaft-MV-Redaktion hat den Text und die verwendeten Quellen vor der Veröffentlichung auf Fakten, Logik und Qualität geprüft.

Bundesweit sinken Ernte und Anbaufläche. In Mecklenburg-Vorpommern stehen Virusbelastung, Züchtung und digitale Verfahren im Mittelpunkt.

Die deutsche Kartoffelernte dürfte 2026 deutlich kleiner ausfallen als im Vorjahr, während Speisekartoffeln teurer geworden sind. Für Pflanzkartoffelbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern lassen sich daraus jedoch keine Preis- oder Gewinnprognosen ableiten. Für sie sind vor allem die Qualität der Partien, mögliche Virusbelastungen und der Nutzen neuer Technik relevant.

Bundesweite Kartoffelernte sinkt deutlich

Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes werden 2026 in Deutschland rund 10,4 Millionen Tonnen Kartoffeln geerntet. Das wären 24,8 Prozent weniger als 2025, als die Ernte 13,9 Millionen Tonnen erreichte. Die Anbaufläche verringerte sich um 11,1 Prozent auf 268.300 Hektar. Der erwartete Hektarertrag sank von 46,0 auf 38,9 Tonnen und damit um 15,4 Prozent.

Als wesentlichen Grund für den niedrigeren Hektarertrag nennt das Statistische Bundesamt die extreme Hitze und Trockenheit im Sommer. Eine amtliche Aufschlüsselung dieser Zahlen für die Pflanzkartoffelernte in Mecklenburg-Vorpommern liegt nicht vor. Der bundesweite Rückgang beschreibt daher das allgemeine Umfeld, nicht die konkrete Ertragslage der Vermehrungsbetriebe im Land.

Auch die Preisangaben beziehen sich nicht auf Pflanzkartoffeln. Die Erzeugerpreise für Speisekartoffeln lagen im August 2026 um 61,5 Prozent über dem Vorjahresmonat. Verbraucher zahlten im September 11,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Diese Werte erlauben keine Aussage über die Preisentwicklung bei Pflanzkartoffeln.

Virusbelastung kann die Verwendung begrenzen

Pflanzkartoffeln werden als Ausgangsmaterial für den weiteren Anbau vermehrt. Überschreitet eine Partie die zulässige Virusbelastung, kann ihre Verwendung als Pflanzgut ausgeschlossen sein. Für den betroffenen Betrieb entfällt damit eine wichtige Vermarktungsmöglichkeit.

Blattläuse können Kartoffelviren zwischen Pflanzen übertragen. Mildere Winter könnten ihre Überlebensbedingungen verbessern und dadurch das Risiko für die Bestände erhöhen. Ob dies tatsächlich geschieht, hängt von der Witterung und den Bedingungen am jeweiligen Standort ab. Für Vermehrungsbetriebe sind deshalb die Kontrolle der Bestände und die Entwicklung widerstandsfähigerer Sorten von wirtschaftlicher Bedeutung.

Die Solana-Gruppe betreibt in Ranzin im Landkreis Vorpommern-Greifswald eine Zuchtstation. Das Unternehmen sieht den Wind vom Meer als Standortvorteil, weil er Blattläuse ins Landesinnere drücke. Dabei handelt es sich um die Einschätzung eines beteiligten Zuchtunternehmens. Vergleichbare Daten zur Virusbelastung in den einzelnen Bundesländern sind nicht ausgewiesen.

Hintergrund

Deutschland erzeugt insgesamt mehr Kartoffeln, als im Inland verbraucht werden. Nach vorläufigen Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung lag der Selbstversorgungsgrad im Wirtschaftsjahr 2024/25 bei 145 Prozent. Ein Teil der Kartoffeln und Kartoffelprodukte wird folglich exportiert. Veränderungen bei Erntemenge und Qualität können daher neben Landwirtschaft und Einzelhandel auch Verarbeitung, Lagerhaltung und Außenhandel betreffen.

Die Entwicklung einer neuen Kartoffelsorte dauert üblicherweise zehn bis 15 Jahre. Werden wenig untersuchte genetische Ressourcen einbezogen, könnte der Prozess noch länger dauern. Züchtungsentscheidungen müssen somit Anforderungen berücksichtigen, die möglicherweise erst nach vielen Jahren für Anbau und Vermarktung relevant werden.

Forschung in Groß Lüsewitz setzt auf genetische Vielfalt

Am Julius-Kühn-Institut in Groß Lüsewitz im Landkreis Rostock befasst sich das 2025 gestartete Projekt „Pomorrow – Potatoes for Tomorrow“ mit genetischen Eigenschaften von Kartoffeln. Grundlage ist eine Genbank mit mehr als 6.200 Akzessionen. Als Akzession wird eine in einer Genbank erhaltene Herkunft oder genetische Linie bezeichnet. Dazu zählen auch Wildformen, deren Eigenschaften teilweise noch nicht vollständig erfasst sind.

Untersucht werden mögliche Merkmale im Umgang mit Viren, Bakterien und Trockenheit. Daraus könnten langfristig neue Ansätze für die Kartoffelzüchtung entstehen. Kurzfristige Lösungen für einzelne Anbauperioden sind jedoch nicht zu erwarten. Geeignete Merkmale müssten zunächst geprüft und anschließend über mehrere Jahre in neue Sorten eingebracht werden.

Ein weiterer Forschungsansatz sieht Drohnen und Kameras für unterschiedliche Spektralbereiche vor. Die Aufnahmen sollen künftig mit KI-gestützter Software ausgewertet werden. Anhand des von Pflanzen reflektierten Lichts könnten sich Hinweise auf Trockenstress, Viren oder bakterielle Schäden erkennen lassen. Das Verfahren befindet sich in einem frühen Stadium und ist noch kein regulär eingesetztes Diagnosesystem für den Feldbau.

KI sortiert Kartoffeln in Züssow

Während die automatisierte Erkennung auf dem Feld noch entwickelt werden soll, wird künstliche Intelligenz in Züssow bereits bei der Sortierung eingelagerter Kartoffeln der Solana-Gruppe eingesetzt. Das System übernimmt eine zentrale Aufgabe im Sortierprozess. Veröffentlichte Leistungs- und Kostendaten, mit denen sich der wirtschaftliche Nutzen bewerten ließe, liegen nicht vor.

Digitale Sortier- und Diagnoseverfahren können Investitionen und laufende Aufwendungen verursachen. Bewässerung, Energie, Pflanzenschutz, Lagerung und Qualitätskontrollen sind weitere allgemeine Kostenfaktoren des Kartoffelanbaus. Wie stark einzelne Positionen die Wirtschaftlichkeit eines Betriebs beeinflussen, hängt unter anderem vom Standort, vom Produktionsverfahren, von der Witterung und von der vermarktungsfähigen Menge ab.

Speisekartoffelpreise sind kein Maßstab für Pflanzgut

Höhere Preise können die Erlöse eines Kartoffelbetriebs verbessern, sofern ausreichend vermarktungsfähige Ware vorhanden ist. Bei Pflanzkartoffeln hängt die vorgesehene Verwendung zudem von der Qualität und der Virusbelastung einer Partie ab. Der Preisanstieg bei Speisekartoffeln lässt deshalb keine belastbare Aussage über Erträge und Gewinne der Pflanzkartoffelbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern zu.

Für Mecklenburg-Vorpommern liegt die mögliche wirtschaftliche Bedeutung neuer Agrartechnik in ihrer Verbindung mit Züchtung, Bestandskontrolle und Sortierung. Genetische Forschung könnte langfristig widerstandsfähigere Sorten hervorbringen, während digitale Verfahren zusätzliche Informationen aus Feld und Lager liefern könnten. Ein wirtschaftlicher Vorteil entstünde allerdings nur, wenn die Technik zuverlässig arbeitet und ihre Kosten durch bessere Produktions- oder Vermarktungsergebnisse gedeckt werden.

Tags: AgrartechnikGroß LüsewitzJulius-Kühn-InstitutKartoffelanbaukünstliche IntelligenzLandwirtschaft in MVPflanzkartoffeln
Redaktion MV-Wirtschaft

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