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Rund 500 Menschen arbeiten am Standort. Bis Ende 2029 hält das Unternehmen bei entsprechender Auftragslage bis zu 1.500 Stellen für möglich.
TKMS will die Werft in Wismar für den Bau von U-Booten und weiteren Schiffen ausbauen. Ende September 2026 arbeiteten dort nach Unternehmensangaben rund 500 Menschen; bis Ende 2029 hält der Marineschiffbauer bei entsprechender Auftragslage bis zu 1.500 Arbeitsplätze für möglich. Die Wismarer Bürgerschaft hat einem Antrag zur Änderung des Bebauungsplans zugestimmt.
Bürgerschaft stimmt Änderung des Bebauungsplans zu
Der bisherige Bebauungsplan für das Werftgelände stammt aus dem Jahr 1994. Nach Angaben von TKMS reicht er für die geplante Erweiterung des Standorts nicht aus. Die Bürgerschaft der Hansestadt stimmte deshalb Ende September 2026 einem Antrag zur Änderung zu.
Vorgesehen sind neue Schiffbau- und Werkhallen sowie zusätzliche Lagerflächen und Stellplätze für Lastwagen. Außerdem plant TKMS ein Multifunktionsgebäude, das unter anderem von der Werksfeuerwehr und dem Wachschutz genutzt werden soll. Zum Umbau gehören nach Darstellung des Unternehmens auch neue Maschinen.
TKMS beziffert die vorgesehenen Investitionen in Wismar auf rund 200 Millionen Euro. Der Beschluss der Bürgerschaft schafft einen kommunalen Planungsrahmen für das Vorhaben, ist aber nicht mit dessen vollständiger Umsetzung gleichzusetzen. Wie schnell die Erweiterung vorankommt, hängt unter anderem vom Bauablauf und von der weiteren Auftragslage ab.
U-Boot-Bau soll Ende 2026 beginnen
Nach dem Zeitplan des Unternehmens sollen Ende 2026 in Wismar Arbeiten für den U-Boot-Bau beginnen. Darüber hinaus will TKMS den Standort für weitere Unter- und Überwasserschiffe nutzen. Welche Projekte in welchem Umfang auf der Werft bearbeitet werden, bestimmt maßgeblich die künftige Auslastung.
Auch der Forschungseisbrecher Polarstern 2 ist für den Standort vorgesehen. Das neue Schiff soll die seit 1982 eingesetzte Polarstern ablösen, die vom Alfred-Wegener-Institut betrieben wird. Damit würde die Werft neben Marineschiffen auch ein Forschungsschiff fertigen.
Mehrere Schiffsprojekte können eine breitere Nutzung des Standorts ermöglichen. Eine verlässliche Bewertung der langfristigen Auslastung ist jedoch erst möglich, wenn Auftragsumfang und Produktionszeiten der einzelnen Vorhaben feststehen.
Personalaufbau und Ausbildung in Wismar
Ende September 2026 waren nach Angaben von TKMS rund 500 Menschen am Standort beschäftigt. Ein Teil der Belegschaft wurde aus früheren Strukturen der MV Werften übernommen. Der Personalaufbau läuft damit bereits, obwohl der geplante Umbau des Geländes noch nicht abgeschlossen ist.
Zum 1. September 2026 begannen nach Unternehmensangaben 29 Auszubildende und zwei dual Studierende in Wismar. Für den weiteren Aufbau sucht TKMS Beschäftigte in unterschiedlichen Bereichen. Genannt werden unter anderem Schiffbau, Industriemechanik, Schweißtechnik, Elektrik, Lagerlogistik und IT.
Bis Ende 2029 hält das Unternehmen bis zu 1.500 Arbeitsplätze in Wismar für möglich. TKMS knüpft diese Größenordnung ausdrücklich an eine entsprechende Auftragslage. Die Zahl ist deshalb ein bedingter Zielwert und keine verbindliche Beschäftigungszusage. Neben neuen Projekten dürfte auch die Verfügbarkeit qualifizierter Beschäftigter beeinflussen, wie schnell die Belegschaft wachsen kann.
Hintergrund
Die Werft gehört zu den bedeutenden Industriestandorten in Wismar und im Landkreis Nordwestmecklenburg. Ihre geplante Ausrichtung auf U-Boote und weitere Spezialschiffe stärkt den Marineschiffbau als wirtschaftlichen Schwerpunkt des Standorts. Zugleich wächst damit die Abhängigkeit von langfristigen und häufig politisch beeinflussten Beschaffungsentscheidungen.
Ein Bebauungsplan regelt, welche baulichen Nutzungen auf einem Gebiet grundsätzlich zulässig sind. Seine Änderung ist Teil der kommunalen Bauleitplanung. Die Stadt setzt damit den örtlichen Rahmen, während Investitionen, Bauabläufe und der Beschäftigungsaufbau in der Verantwortung des Unternehmens bleiben.
Die frühere Polarstern ist seit 1982 im Einsatz. Mit dem geplanten Nachfolgeschiff würde Wismar zusätzlich an ein langfristiges Projekt der deutschen Polarforschung angebunden. Für die wirtschaftliche Einordnung bleibt entscheidend, wie der Bau zeitlich mit den vorgesehenen Marineschiffprojekten verbunden wird.
Chancen für die regionale Wirtschaft bleiben auftragsabhängig
Ein größerer Werftbetrieb könnte zusätzliche Nachfrage bei Unternehmen aus Metallverarbeitung, Elektrotechnik, Maschinenbau, Logistik und technischem Service erzeugen. Ob und in welchem Umfang Betriebe aus Nordwestmecklenburg Aufträge erhalten, hängt von den jeweiligen Vergaben und den benötigten Leistungen ab. Ein konkretes Auftragsvolumen für regionale Zulieferer ist nicht beziffert.
Auch der Arbeitsmarkt könnte den Ausbau spüren. Neue Industrie- und Ausbildungsplätze erweitern das Angebot in der Region. Gleichzeitig dürfte ein schneller Personalaufbau den Wettbewerb um Fachkräfte verschärfen, insbesondere in Berufen, die auch andere Industrie- und Handwerksbetriebe benötigen. Die tatsächliche Wirkung richtet sich nach Zahl und Tempo der Einstellungen.
Der Werftausbau ist damit ein wichtiges Industrievorhaben für Wismar, dessen endgültige Größenordnung noch nicht feststeht. Die rund 500 Beschäftigten, der Beginn der Ausbildung und die Zustimmung der Bürgerschaft sind konkrete Schritte. Ob TKMS bis Ende 2029 tatsächlich bis zu 1.500 Arbeitsplätze erreicht, wird vor allem von verbindlichen Aufträgen, dem Fortgang des Umbaus und verfügbaren Fachkräften abhängen.















