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Für Aufbau und Betrieb stehen rund neun Millionen Euro bereit. Die landesweite Plattform mit Sitz in Rostock richtet sich vor allem an technologieorientierte Gründungen.
Mecklenburg-Vorpommern unterstützt den Aufbau und Betrieb der Startup Factory MV mit rund 4,5 Millionen Euro. Gemeinsam mit regionalen Beteiligungsgesellschaften wird damit eine landesweite Plattform in Rostock finanziert, die wissenschaftsbasierte und technologieorientierte Start-ups von der Ideenphase bis zur Internationalisierung begleiten soll.
Das Vorhaben hat ein Volumen von rund neun Millionen Euro. Betroffen sind vor allem Gründungsinteressierte aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen, junge Technologieunternehmen sowie regionale Partner aus Wirtschaft und Finanzierung.
Finanzierung aus GRW-Mitteln und privatem Eigenanteil
Das Land trägt 50 Prozent der Projektkosten beziehungsweise rund 4,5 Millionen Euro. Wirtschaftsminister Wolfgang Blank übergab den Zuwendungsbescheid am 18. September 2026 in Rostock. Das Geld stammt aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“, kurz GRW.
Den Eigenanteil von rund 4,6 Millionen Euro finanzieren die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern sowie Beteiligungsgesellschaften der OstseeSparkasse Rostock und der Sparkasse Vorpommern. Dass sich die genannten Beträge rechnerisch auf etwa 9,1 Millionen Euro summieren, während das Gesamtvolumen mit rund neun Millionen Euro angegeben wird, lässt sich durch die gerundeten Angaben erklären.
Die Förderung ist für den Aufbau und den Betrieb der Plattform vorgesehen. Finanziert werden sollen unter anderem Personal für die Betreuung von Start-ups, Programme zur Gründungsförderung sowie Netzwerk- und Innovationsaktivitäten. Die Beteiligung der Kapitalgeber am Eigenanteil bedeutet dabei nicht automatisch, dass die gesamte Summe unmittelbar als Beteiligungskapital an einzelne Start-ups fließt.
Von der Geschäftsidee bis zur Internationalisierung
Die Startup Factory MV soll mehrere Entwicklungsstufen einer Gründung abdecken. Geplant sind Angebote für die Entwicklung erster Ideen, die eigentliche Unternehmensgründung, anschließendes Wachstum und den Eintritt in internationale Märkte. Inhaltliche Schwerpunkte sind GreenTech, Blue Economy, Life Sciences, Engineering und Digitalisierung.
Damit richtet sich das Angebot vor allem an Vorhaben, bei denen wissenschaftliche Erkenntnisse oder technische Entwicklungen in ein marktfähiges Geschäftsmodell überführt werden sollen. Solche Gründungen benötigen häufig mehr als eine allgemeine Erstberatung. Relevant sind beispielsweise Kontakte zu Unternehmen, Finanzierungspartnern und potenziellen Kunden sowie eine Begleitung bei der wirtschaftlichen Ausrichtung.
Der Standort Rostock erhält durch die Plattform eine zentrale Rolle. Der Anspruch ist jedoch landesweit. Ob Gründungsteams etwa aus Vorpommern, der Mecklenburgischen Seenplatte oder Westmecklenburg gleichermaßen von den Angeboten profitieren, dürfte wesentlich von der praktischen Zusammenarbeit mit Hochschulen, Forschungseinrichtungen und regionalen Netzwerken abhängen.
Hintergrund
Technologieorientierte Start-ups durchlaufen unterschiedliche Finanzierungs- und Entwicklungsphasen. Zwischen einer wissenschaftlichen Idee, einem ersten Prototyp und einem am Markt wachsenden Unternehmen liegen technische, organisatorische und finanzielle Hürden. Eine Gründungsplattform kann diese Übergänge erleichtern, wenn Beratung, Netzwerke und Kapitalzugang aufeinander abgestimmt werden.
Die GRW-Finanzierung ordnet das Projekt in die regionale Wirtschaftsförderung ein. Der wirtschaftspolitische Ansatz geht damit über die Unterstützung einzelner Gründender hinaus: Aus wissenschaftlichen und technischen Ansätzen sollen Unternehmen entstehen, die Wertschöpfung und Beschäftigung in Mecklenburg-Vorpommern entwickeln können. Ob dieser Transfer gelingt, lässt sich allerdings nicht allein an der Höhe der bewilligten Mittel ablesen.
Die Mitfinanzierung durch regionale Beteiligungsgesellschaften verteilt die Projektkosten auf öffentliche und wirtschaftsnahe Akteure. Zugleich entsteht daraus noch kein Beleg dafür, wie viel zusätzliches Kapital später für einzelne Unternehmen verfügbar sein wird. Plattformbetrieb und direkte Unternehmensfinanzierung sind wirtschaftlich voneinander zu unterscheiden.
Messbare Ergebnisse werden entscheidend
Für die Bewertung der Startup Factory MV werden konkrete Ergebnisse wichtig sein. Dazu gehören etwa die Zahl der begleiteten Vorhaben, tatsächlich vollzogene Gründungen, eingeworbenes Kapital, wachsende Unternehmen und deren Verbleib in Mecklenburg-Vorpommern. Zu solchen Zielwerten und zum genauen Förderzeitraum liegen in der Ankündigung des Wirtschaftsministeriums keine näheren Angaben vor.
Die Plattform könnte den Zugang zu Beratung und Netzwerken vereinfachen, wenn sie bestehende Kompetenzen im Land wirksam verbindet und auch außerhalb Rostocks präsent ist. Risiken liegen in parallelen Strukturen, unklaren Zuständigkeiten oder Angeboten, die den unterschiedlichen Anforderungen junger Unternehmen nicht ausreichend entsprechen.
Mit rund neun Millionen Euro erhält Mecklenburg-Vorpommern eine finanzierte Struktur für technologieorientierte Gründungsförderung. Der wirtschaftliche Nutzen wird davon abhängen, ob daraus nicht nur Veranstaltungen und Beratung entstehen, sondern belastbare Unternehmen, zusätzliche private Investitionen und dauerhafte Wertschöpfung im Land.














